Jeder Mensch kann das Opfer einer Betrugsmasche werden. Betrüger haben es besonders häufig auf gutgläubige Seniorinnen und Senioren abgesehen. Am Telefon, per WhatsApp, an der Haustür oder auf Kaffeefahrten versuchen sie, ihnen Geld abzunehmen. Sie nutzen eine Vielzahl von Methoden, um Senioren um ihr Geld und ihre Wertsachen zu bringen. Kriminelle können sich als Angestellte von Wasserwerken, Polizisten, Bankmitarbeitern, Nachbarn oder Spendensammler ausgeben, um sich einen Zutritt zu den Wohnungen zu verschaffen. Sie können vorgeben, romantische Gefühle zu hegen, um ihre Opfer dazu zu bringen, ihnen große Geldsummen zu überweisen. Oder sie arbeiten mit Komplizen zusammen, um durch Ablenkungsmanöver Wertsachen und Bargeld zu stehlen.

Diese Straftaten sind oft schwer zu erkennen und das Opfer bemerkt den Verlust erst, wenn es zu spät ist, da die Täter oft ohne Spuren verschwinden.


Die gängigen Betrugsmaschen

Seniorinnen und Senioren werden täglich zu Opfern von Straftaten. Die Täter gehen gezielt ältere Menschen an, um von deren Ersparten zu profitieren. Taschendiebstahl, Trickbetrüger und Erbschleicher. Die Liste an Verbrechen ist lang. Von dem Enkeltrick hat fast jeder schon gehört. Senioren können aus verschiedenen Gründen häufiger Opfer von Gewalt und Raub werden. Einige dieser Gründe können sein:

  1. Körperliche Schwäche: Senioren können eingeschränkt sein in ihrer körperlichen Fähigkeit, sich zu verteidigen oder wegzulaufen.

  2. Isolation: Senioren, die alleine leben, können ein leichteres Ziel für Täter sein, da sie häufig weniger Hilfe von anderen erhalten.

  3. Vertrauensseligkeit: Senioren können leichter zu manipulieren sein und Täter nutzen das aus.

  4. Finanzielle Verwundbarkeit: Senioren können ein größeres Vermögen haben und deshalb für Täter interessanter sein.

Es ist wichtig, dass Senioren darauf trainiert werden, sich selbst zu schützen und dass ihre Familien und Freunde auf Anzeichen von Gewalt oder Missbrauch achten. Es ist auch wichtig, dass die Gesellschaft und die Regierung Maßnahmen ergreifen, um Senioren besser zu schützen und Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Interview mit einem Polizeibeamten

Wir möchten Senioren aufklären und besprechen mit einem Polizeibeamten aus Hessen, wie sich die älteren Menschen unserer Gesellschaft schützen können.

Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für ein Interview nehmen. Wir hören in unserem Umfeld immer häufiger, dass Trickbetrüger Erspartes ergaunern. Da wir ein Notrufsystem unter anderem für Senioren entwickeln und täglich in Kontakt mit ihnen stehen, entstand bei uns der Eindruck, dass ältere Menschen sehr häufig Tätern zum Opfer fallen? Sehen Sie das genauso?

Ja das stimmt. Aktuell werden viele Senioren und Seniorinnen, meist ältere Frauen, die alleine leben, verstärkt ins Visier genommen. Oft versuchen die Täter mit emotionalen Geschichten die Frauen zu beeinflussen und ihre Höflichkeit und Hilfsbereitschaft auszunutzen. Wie zum Beispiel mit dem Enkeltrick oder dem falschen Polizeibeamten.

Was genau ist der Enkeltrick?

Es gibt verschiedene Arten des Enkeltricks. Der Enkeltrick ist im Grunde eine Betrugsmasche, bei der Täter sich als Enkel, Nichte oder Urenkel einer Person ausgeben, um dieser Geld oder wertvolle Gegenstände zu entlocken. In allen Fällen endet das Gespräch mit einer Vortäuschung des finanziellen Engpasses. Es wird schnellstmöglich Geld benötigt, um aus dieser nicht auszuhaltenden Notsituation herauszukommen.

Oft geben sie vor, in einer Notlage zu sein und dringend Geld zu benötigen, zum Beispiel, weil sie im Ausland festgehalten werden und ein hohes Lösegeld bezahlen müssen. Sie bitten das Opfer, ihnen das Geld schnell und unauffällig zu überweisen oder es ihnen zu bringen, da sie sich in einer prekären Lage befinden. Das Opfer ist besorgt und vertraut auf die Identität des Anrufers und gibt das Geld oder wertvolle Gegenstände heraus. Die Täter verschwinden und das Opfer merkt erst später, dass es betrogen wurde.

Es ist wichtig zu wissen, dass sich die Täter oft sehr glaubwürdig geben und auch persönliche Informationen zur Familie des Opfers nutzen, um ihre Geschichte zu untermauern. Es ist daher ratsam, sich im Zweifelsfall immer zu vergewissern, dass man mit dem richtigen Gesprächspartner spricht und nicht auf unerwartete Anrufe oder Nachrichten einzugehen.

Was empfehlen Sie den möglichen Opfern in dieser Situation?

Sie sollten erstmal allgemein vorsichtig sein, wenn sie telefonisch um Geld gebeten werden und sich vergewissern, ob am anderen Ende der Leitung wirklich ein Verwandter steckt, in dem sie ihn zurückrufen. Sobald ein Anruf verdächtig erscheint, sollte die Polizei umgehend informiert werden. Oft können sich Senioren nicht an alle Details erinnern durch nachlassende Fähigkeiten, dies führt zu unsicheren Zeugenaussagen. Hier ist es wichtig, sich alles zu notieren, um für die Täter nicht manipulierbar zu erscheinen.

Gibt es allgemeine Tipps, um Täter direkt zu erkennen?

Oft lassen Täter ihren Namen erraten. „Hallo Oma, na was denkst du wer dran ist?“ Meist erfolgen mehrere Anrufe an einem Tag, damit Druck aufgebaut wird. Es sollte auf keine Frage eine Antwort folgen. Bestenfalls werden Gegenfragen gestellt, zum Beispiel, nach dem Namen der Person an der anderen Leitung. Allgemein sollten so viele Fragen wie möglich gestellt werden, um die Person zu verunsichern und das Gespräch schnellstmöglich zu beenden.

Es gibt einige allgemeine Tipps, die helfen können, Täter des Enkeltricks zu erkennen:

  1. Verlangen Sie immer die Nummer des Anrufers und rufen Sie zurück, um sicherzustellen, dass es sich tatsächlich um Ihren Enkel oder Urenkel handelt.

  2. Geben Sie keine persönlichen Informationen preis und fragen Sie nach Details, die nur Ihr Enkel oder Urenkel kennen kann.

  3. Legen Sie auf, wenn Ihnen der Anruf verdächtig vorkommt oder wenn die Person am Telefon ungeduldig oder drängend wird.

  4. Informieren Sie umgehend die Polizei, wenn Sie Opfer eines Enkeltrickversuches geworden sind oder verdächtige Anrufe erhalten haben.

  5. Verwechseln Sie niemals die Freundlichkeit der Täter als ein Vertrauensbeweis, diese versuchen oftmals das Vertrauen zu gewinnen, um Ihnen dann das Geld abzunehmen.

  6. Informieren Sie ihre Familie, insbesondere ihre Enkel, über diese Art von Betrug und darüber, dass sie niemals Geld oder Gegenstände an Personen geben sollten, die sich als Familienmitglieder ausgeben.

     

Was sollte man tun, wenn man Opfer geworden ist?

Der nächste Weg sollte der Weg zur Polizei sein, um eine Anzeige zu erstatten. Dies passiert leider nicht immer, da sich Betroffene schämen und Angst vor Zurückweisung in der Gesellschaft haben. Sie möchten nicht alt und verwirrt erscheinen und fürchten Einschränkungen der eigenen Freiheit. So wie bei Ihnen der Senior oder die Seniorin Angst hat, beim nächsten Sturz eine Diskussion in der Familie auszulösen, besteht hier die Angst aufgrund von möglicher Verwirrtheit. Dabei kann jeder auf so eine Betrugsmasche reinfallen!

Falls Sie das Geld schon überwiesen haben, informieren Sie umgehend Ihre Bank, um Ihr Konto oder Ihre Karte sperren zu lassen, um weitere Verluste zu verhindern.

An wen können sich unsere Leserinnen und Leser bei weiteren Fragen wenden?

Geschulte Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten aus dem Opferschutz der örtlichen Polizeidienststelle können sich einfühlsam um aufkommende Sorgen kümmern. Jeder Hinweis hilft uns, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.

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